Sudetendeutsche Landsmannschaft
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Tag der Heimat 2018: Unrechtsdekrete beseitigen - Europa zusammenführen

 

Einzug der Mitwirkenden

Einzug der Mitwirkenden

 

Minister für Justiz und Europa sowie Tourismus Guido Wolf fordert beim Tag der Heimat in Stuttgart die Unrechtsdekrete formal aufzuheben; diese hätten in einem gemeinsamen Europa keinen Platz mehr.

In der gut besuchten Stuttgarter Liederhalle begrüßte Albert Reich, Landeskulturreferent von BdV und SL, die aus ganz Baden-Württemberg zur zentralen Kundgebung des Jahres angereisten Gäste. Ein bunter Reigen deutscher Kultur aus den Herkunftsgebieten der deutschen Heimatvertriebenen und Spätaussiedler begleitete Festredner Guido Wolf durch den Nachmittag. Albert Reich verwies in seiner Begrüßung darauf, dass heute der Begriff Heimat wieder positiv belegt sei und dies auch ein Verdienst der deutschen Heimatvertriebenen sei, die ihrer Heimat, derer sie in Ost- und Mitteleuropa beraubt wurden, stets treu waren und die sie sich nicht nehmen ließen.

 Albert reiche Landeskulturreferent BdV und SL

Albert Reich Landeskulturreferent bei der Begrüßung

Ehrengäste Ripsam, Maag MdB, Epple MdL, Reich, Minister Wolf MdL

Ehrengäste: v.l. Ripsam, Maag MdB (CDU), Epple MdL (CDU),

v.r. Minister Wolf (CDU) dahinter Reich Landeskutlrurreferent

 

Das diesjährige Motto „Unrechtsdekrete beseitigen – Europa zusammenführen“ beinhaltet wesentliche Ziele der Sudetendeutschen Landsmannschaft, auf die deren Landesobmann Klaus Hoffmann verweist. So hätte die Sudetendeutsche Landsmannschaft in ihrer Grundsatzerklärung 2015 die weitere Aufarbeitung der Vertreibung, dieses dunklen Kapitels europäischer Geschichte, die Heilung des auf beiden Seiten begangenen Unrechts und auch die außer Kraft Setzung der Unrechtsdekrete als Ziel ausgegeben.

 

In seiner Festrede forderte Minister Guido Wolf, in Baden-Württemberg zuständig für die Themen Justiz und Europa, die Staaten in Ost- und Mitteleuropa, in denen bis heute Unrechtsdekrete Bestandteil der Rechtsordnung sind, auf diese nun auch endlich formal zu beseitigen. Vertreibung, Entrechtung dürften sich niemals wiederholen, meinte er und betonte, dass die Beseitigung der Unrechtsdekrete notwendig wären für die Bewältigung der Vergangenheit. Er ergänzte „Denn selbst soweit diese Dekrete heute keine Rechtswirksamkeit mehr entfalten, so kann doch ihr formales Fortbestehen den Blick für Recht und Unrecht trüben.“ Außerdem so Wolf „Auch ist nur zu verständlich, dass alleine das formale Fortbestehen, dieser „Un-Rechtsakte“ für die Opfer bitter, ja schmerzlich ist.“ Daher sei die Aufhebung der Unrechtsdekrete ein wichtiger Schritt in einem immer enger zusammenwachsenden Europa. Er sagte „Diese Dekrete auch formal zu beseitigen, wäre daher ein wichtiges, ein wohltuendes Zeichen an die deutschen Heimatvertrieben und zugleich eine Reverenz an das Europäische Versöhnungs- und Friedensprojekt!“

Die Einhaltung rechtsstaatlicher Standards seien Grundwerte. Demokratie und Rechtsstaat seien nicht verhandelbar. So sieht er eine wichtige Aufgabe in der Vermittlung stark divergierender Meinungen zwischen Macron und Orban. Man dürfe jedoch den anderen Mitgliedsstaaten nicht das Gefühl von Bevormundung vermitteln. Es gelte in Europa den Ausgleich zu suchen, so wie es in den vergangenen Jahrzehnten bereits Usus war.

Krieg und Vertreibung kennen nur ein Opfer – die Menschlichkeit, zeigte er sich betroffen.

Daher komme auch der Heimat heute eine so wichtige Bedeutung zu. In Zeiten der Individualisierung, in Zeiten in denen althergebrachte Sitten verblassen, sei es heute wieder an der Zeit einen modernen Heimatbegriff zu prägen. „Wie lässt sich Heimat stärken oder reanimieren“? fragte er daher in die Runde. Familie, Vereine, örtliche Gemeinschaften und auch die Kirchen seien unverzichtbar für die Entwicklung dieses heimatlichen Gefühls. Denn Heimat sei ebenso eine „geistige Angelegenheit wie eine Angelegenheit des Herzens“.

Wenn ein moderner Mensch unter Menschen eine Heimat finde, dann wüchse auch das Selbstvertrauen, das in den letzten Jahren bei vielen Menschen in Deutschland gelitten habe. Nichts sei integrativer als eine intakte Heimat, für die wir alle einstehen sollten. Denn die Sehnsucht nach Heimat, sie sei da. Somit sollten sich die deutschen Heimatvertriebenen und Spätaussiedler als Brückenbauer in die Heimat verstehen, aber auch als Heimatstifter in Baden-Württemberg und in den Herkunftsgebieten.

 

Mit einer guten Nachricht kam er zum Schluss seiner Rede. Denn zur Stärkung der Geschäftsstelle des BdV und der Projektarbeit der Landsmannschaften solle die Förderung erhöht werden – die Gäste nahmen die Botschaft erfreut zur Kenntnis, nach Jahren der Einschnitte.

Er verabschiedete sich mit den Worten von der Bühne „Europa ist unsere Zukunft“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

 

Überrascht wurde Minister Wolf von den Banater Schwaben, die ihm die Ehrenmitgliedschaft andienten und ihn mit einem typischen buntgeschmückten Hut auszeichneten.

 

Minister Wolf

 

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