Landesobmann Klaus Hoffmann im Amt bestätigt

Sudetendeutsche Landsmannschaft Landesgruppe Baden-Württemberg wählt Vorstand

 

 Der neugewählte Landesvorstand 2021 der SL Baden-Württemberg

Der neugewählte Landesvorstand

von links: Vinzenz Sliwka, Christoph Zalder, Gerda Ott (Bundesfrauenreferentin), Regine Löffler-Klemsche, Klaus Hoffmann, Jürgen Ginzel, Bruno Klemsche, Waltraud Illner

 

Ehrungen verdienstvoller Landsleute 2021

Gruppenbild Ehrungen

von links: Johann Jungbauer, Christoph Zalder, Elfriede Glassl, Regine Löffler-Klemsche, Roland Liebl, Klaus Hoffmann, Jürgen Ginzel, Bruno Klemsche, Waltraud Illner

 

Ehrung Iris Ripsam MdB a.D.

Ehrung Iris Ripsam MdB a.D.

 

 

Delegierte der baden-württembergischen Kreisverbände der Sudetendeutschen Landsmannschaft folgten der Einladung zur diesjährigen Landesversammlung ins Haus der Heimat Baden-Württemberg in Stuttgart um neben den anstehenden Regularien turnusmäßig auch Neuwahlen durchzuführen.

 

Die Sitzungsleitung der diesjährigen wieder in Präsenz durchgeführten Versammlung lag in den bewährten Händen des langjährigen Vorsitzenden der Landesversammlung, Jürgen Ginzel. Er begrüßte die Anwesenden und führte in die Tagung ein. Beim Totengedenken erinnerte er an die seit der letzten Versammlung verstorbenen Landsleute. Daran anschließend übergab er das Wort an Landesobmann Klaus Hoffmann. Dieser gab einen Rückblick über die Geschehnisse der vergangenen beiden Jahre, erwähnte die im Umlaufverfahren Ende 2020 gefassten Beschlüsse der Delegierten und ging insbesondere auf die Gedenkfeier zum 4. März 1919 ein, die im Frühjahr per Videokonferenz übertragen wurde. Durch die Übertragung der Gedenkfeier im Internet sei es gelungen auch außerhalb Baden-Württembergs wohnende Interessierte für die Feier zu begeistern. So sei dies eine der wenigen Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer des 4. März 1919 im Sudetenland gewesen, die mit technischer Unterstützung des Heiligenhofes, der sudetendeutschen Bildungsstätte in Bad Kissingen, durchgeführt wurde. Das Gedenken an diejenigen, die für das Selbstbestimmungsrecht ihr Leben ließen, gehört zu den zentralen Veranstaltungen der Sudetendeutschen.

 

Mit Spannung wurden nach der Bundestagswahl die Wahlergebnisse aus der Tschechischen Republik erwartet. Die Regierung sei abgewählt, nun müsse der tschechische Präsident verfassungskonform die nächsten Schritte einleiten. Auf Grund der Krankheit Zemans sei aber genau dieses weitere Geschehen zum Zeitpunkt der Versammlung doch noch unklar. Hierzu wird aus Prag aktuell berichtet, dass Staatspräsident Zeman die Gewinner der Wahl mit der Regierungsbildung beauftragt habe. Landesobmann Hoffmann zeigte sich optimistisch, dass eine neue Regierung zukünftig Verantwortung tragen werde und damit auch die offene Sudetendeutsche Frage eine neue Chance auf eine Antwort erhielte.

 

"Die Sudetendeutschen sind nach wie vor eine starke, eine agile Volksgruppe" wie er betonte. Sie sei auch nicht rückwärtsgewandt. Denn die lange gemeinsame Geschichte in Böhmen, Mähren und Schlesien wird immer zu den tragenden Säulen der Landsmannschaft gehören, diese sei das Fundament auf dem die Zukunft errichtet würde. Diese Zukunft spiegle sich insbesondere in der Grundsatzerklärung der Sudetendeutschen Landsmannschaft aus 2015 wieder, die er in seiner Rede immer wieder als Richtschnur zitierte. Die Erklärung sieht die Stärkung der sudetendeutschen Gemeinschaft und der Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte sowie deren Weitergabe an jüngere Generationen an erster Stelle. Danach geht es aber um die Frage nach einer Anerkennung des gegenseitig zugefügten Unrechts und einer Heilung im "Rahmen des Möglichen". Der Pflege und Weiterentwicklung der reichhaltigen sudetendeutschen Kultur wird in der Grundsatzerklärung ebenfalls ein eigener Punkt gewidmet. Hier geht es den Sudetendeutschen darum, dass sich auf Grundlage des vorhandenen neue gemeinsame Initiativen entwickeln, die weit über den Erhalt der sudetendeutschen Kultur hinausgehen und damit diese "für die Zukunft erhalten und fruchtbar machen". Schließlich geht es der Landsmannschaft auch darum, dass Minderheiterechte geschützt und Verbrechen gegen Minderheiten und Menschenrechte weltweit geächtet werden.

 

Nach Feststellung der Anwesenheit und Delegiertenzahl erläuterte Vermögensverwalterin Regine Löffler-Klemsche die Haushaltszahlen des Jahres 2020. Sie bedankte sich ausdrücklich beim baden-württembergischen Innenministerium für die Coronaunterstützung, die jedoch nicht ausreichten um eine Unterdeckung im Haushalt auszugleichen. Nach Bericht der Kassenprüfer und Entlastung des Vorstands folgten Wahlen.

 

In geheimer Wahl wurde Landesobmann Klaus Hoffmann einstimmig in seinem Amt bestätigt. Die Delegierten bestätigten auch Stellvertreterin Waltraud Illner und wählten neu als weiteren Stellvertreter Christoph Zalder. Neu als Schriftführer wurde auch Christian Lueger gewählt. Zu Beisitzern wählten die Delegierten Ilse von Freyburg, Peter Kainz, Bruno Klemsche und Franz Longin. Regine Klemsche-Löffler wird auch in den nächsten Jahren die Kasse führen und Jürgen Ginzel als Vorsitzender der Landesversammlung fungieren. Mit Vinzenz Sliwka (Nürtingen) wurde von der Versammlung das mit Abstand jüngste Mitglied in den Vorstand aufgenommen. Mit der Wahl von Otfried Janik, Michael A. Bauer und Roland Liebl als Kassenprüfer wurde die letzten Wahlämter vergeben." Der Vorstand ist eine gute Mischung aus jungen und aus erfahrenen Landsleuten. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit in den nächsten Jahren", so der wiedergewählte Landesobmann.

 

Klaus Hoffmann dankte den aus ihren Ämtern ausgeschiedenen Landsleuten herzlich für deren zum Teil jahrzehntelange Mitarbeit. Zur Überraschung hatte er Ehrungen des Bundesverbandes mitgebracht. So bekamen Johann Jungbauer, Roland Liebl, Walter Heinisch, Elfriede Glassl, Marianne Bayreuther, Christoph Zalder sowie Jürgen Ginzel das Große Ehrenzeichen der Sudetendeutschen Landsmannschaft und Waltraud Illner, Stadträtin Iris Ripsam MdB a.D., Regine Löffler-Klemsche sowie Bruno Klemsche die Dankurkunde des Sprechers aus seinen Händen überreicht.

 

Nach Verabschiedung des Haushalts 2022 stimmten die Delegierten noch einer Satzungsänderung zu. Unter Allfälliges wurde insbesondere über das Projekt Friedensglocken des Bistums Rottenburg/Stuttgart diskutiert. Man war sich einig, dass das Projekt gut gemeint sei, aber auf Seiten der deutschen Heimatvertriebenen kritisch aufgenommen würde. Die Delegierten empfahlen das Gespräch mit Bischof Dr. Fürst zu suchen.

 

Die Landesversammlung der Sudetendeutschen Landsmannschaft 2021 endete mit einem Dank für den regen Austausch des Vorsitzenden der Landesversammlung Jürgen Ginzel sowie einem Hinweis auf die bevorstehenden Veranstaltungen im Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg.